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Reform des VN-Entwicklungssystems

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Deutschland setzt sich für ein geschlossenes Auftreten der Vereinten Nationen als entwicklungspolitischer Akteur ein. Hierzu haben die Mitgliedstaaten eine Reihe von Reformprozessen angestoßen, die auf mehr Effektivität und Effizienz der Vereinten Nationen im Entwicklungsbereich abzielen.

Das VN-Entwicklungssystem (UNDS) - mit einem Gesamtetat von jährlich 29 Mrd. Dollar - kann in Hinblick auf die Umsetzung der Agenda 2030 sein Potenzial derzeit nur zum Teil verwirklichen. Es ist mit seinen zahlreichen, unabhängig voneinander agierenden Akteuren und Institutionen institutionell fragmentiert. Duplikationen von Mandaten und Tätigkeiten belasten seine Effizienz und Effektivität. Schätzungen gehen von einem Einsparpotential von 20% der laufenden Kosten durch bessere Harmonisierung aus.

Als problematisch gilt insbesondere der steigende Anteil von zweckgebundenen Beiträgen, die derzeit 73% aller Zuwendungen an das UNDS ausmachen.

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 wurde eine Diskussion über die Reform des UNDS angestoßen. Unter Co-Vorsitz von Prof. Klaus Töpfer erarbeitete eine hochrangige Beratergruppe konkrete Handlungsempfehlungen. Eine der Hauptempfehlungen,  einen stellvertretenden VN-Generalsekretär mit Zuständigkeit für Nachhaltigkeitsfragen einzusetzen,  wurde mit der Ernennung von Amina Mohammed umgesetzt.

Im Dezember 2016 verabschiedete die VN-Generalversammlung die sog. QCPR-Resolution zur Reform des UNDS. QCPR steht für „Quadrennial Comprehensive Policy Review“ und ist eine alle vier Jahre wiederkehrende Resolution, die die strategische Ausrichtung des UNDS absteckt. Es ist vor allem gelungen, dem VN-Generalsekretär folgende wichtige Reformaufträge mit auf den Weg zu geben:

  1. Durchführung einer Analyse der Aufgabenverteilung innerhalb des UNDS und auf dieser Grundlage Vorlage einer systemweiten Strategie zur Umsetzung der Agenda 2030,
  2. Vorlage von Vorschlägen zur Stärkung der Koordinationsfunktion innerhalb des UNDS auf Länderebene, insbesondere der Stellung der „Resident Coordinators“ vor Ort, sowie Aufzeigen von Möglichkeiten zur Stärkung der Steuerung des UNDS auf globaler Ebene,
  3. Erarbeitung eines umfangreichen Berichts zur Reform der Lenkungsstrukturen des UNDS und Definition der Koordinierungsrollen im System,
  4. Voranbringen der Finanzierungsdiskussion und Vorlage von Vorschlägen, um die Finanzierung auf die Funktionen des UNDS zuzuschneiden.

Im ECOSOC-Segment „Operational Activities“ (OAS) haben die VN-Mitgliedstaaten jährlich die Möglichkeit, über die Implementierung der QCPR-Resolution und die weiteren Schritte der VN Reform im Entwicklungsbereich zu diskutieren.

Weitere Informationen

Die Vereinten Nationen bilden zusammen mit den Sonderorganisationen und den Programmen und Fonds das so genannte „System der Vereinten Nationen“. Die aus freiwilligen Beiträgen finanzierten Fonds und Programme sind die eigentlichen Entwicklungsorganisationen der Vereinten Nationen.

Fonds und Programme der Vereinten Nationen

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