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Agenda 2030

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Die Agenda 2030 soll insbesondere die Nachhaltigkeit von Entwicklung stärker berücksichtigen. Die Bundesregierung ist an der Entwicklung dieser "Post 2015-Agenda" aktiv beteiligt.

Agenda 2030: 'Let's get the job done'
Agenda 2030: 'Let's get the job done'© picture alliance/photoshot

Die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung (Agenda 2030), die am 25. September 2015 beim VN-Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet wurde, prägt die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen maßgeblich. Die überwiegend das Jahr 2030 anvisierenden Ziele sollen die Transformation aller Volkswirtschaften in Richtung einer nachhaltigeren Entwicklung weltweit deutlich vorantreiben. Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Armut, Hunger und ein mit hohem Ressourcenverbrauch verbundenes Wirtschaften zeigen, dass weltweit umgesteuert werden muss.

Zielsetzung der Agenda 2030 ist es, die globale Entwicklung sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten und so auch kommenden Generationen die Chance auf ein erfülltes Leben zu sichern. In einem mehr als drei Jahre andauernden, internationalen Vorbereitungsprozess wurde eine global ausgerichtete und auf alle Staaten universell anwendbare Agenda mit anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen erarbeitet. Die Agenda 2030 folgt hierbei dem Grundsatz, auch die Schwächsten und Verwundbarsten der Welt mitzunehmen ("leave no one behind").

Das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungsministerium haben sich gemeinsam mit der gesamten Bundesregierung erfolgreich für eine ambitionierte Agenda eingesetzt, die den staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit global und national vorantreibt.

Mit der Agenda 2030 werden zwei zuvor getrennte VN-Verhandlungsprozesse –  der Rio-Prozess und der Prozess der Millenniumentwicklungsziele –  unter dem Begriff "Transformation zu nachhaltiger Entwicklung" zusammengeführt.


Transformative Ziele für eine nachhaltigere Entwicklung

Erarbeitet wurde ein Katalog mit 17 Nachhaltigkeitszielen und 169 Unterzielen. Die Ziele umfassen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Sie reichen von der Beseitigung der Armut und des Hungers über den Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme und die Erhaltung der Ozeane bis zur Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und der Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster. Der Katalog fordert die weltweite Verbesserung der Lebensbedingungen und den Schutz natürlicher Ressourcen. Auf Basis des Zielkatalogs wurden politische Kernbotschaften erarbeitet, an denen die Präambel der Agenda 2030 angelehnt ist, die so genannten 5 Ps:

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung© UN

Menschen (People) – Wir sind entschlossen, Armut und Hunger in allen ihren Formen und Dimensionen ein Ende zu setzen und sicherzustellen, dass alle Menschen ihr Potential in Würde und Gleichheit und in einer gesunden Umwelt voll entfalten können.

Planet – Wir sind entschlossen, den Planeten vor Schädigung zu schützen, unter anderem durch nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion, die nachhaltige Bewirtschaftung seiner natürlichen Ressourcen und umgehende Maßnahmen gegen den Klimawandel, damit die Erde die Bedürfnisse der heutigen und der kommenden Generationen decken kann.

Wohlstand (Prosperity) – Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen ein von Wohlstand geprägtes und erfülltes Leben genießen können und dass sich der wirtschaftliche, soziale und technische Fortschritt in Harmonie mit der Natur vollzieht.

Frieden (Peace) – Wir sind entschlossen, friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften zu fördern, die frei von Furcht und Gewalt sind. Ohne Frieden kann es keine nachhaltige Entwicklung geben und ohne nachhaltige Entwicklung keinen Frieden.

Partnerschaft (Partnership) – Wir sind entschlossen, die für die Umsetzung dieser Agenda benötigten Mittel durch eine mit neuem Leben erfüllte Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung zu mobilisieren, die auf einem Geist verstärkter globaler Solidarität gründet, insbesondere auf die Bedürfnisse der Ärmsten und Schwächsten ausgerichtet ist und an der sich alle Länder, alle Interessenträger und alle Menschen beteiligen.


Globale Partnerschaft für eine transformative Agenda

Die internationale Gemeinschaft setzt die globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auch mittels globaler Partnerschaft um. Allgemeingültigkeit der Ziele, gemeinsame Verantwortung aller Staaten, Monitoring und Überprüfung sowie die Einbeziehung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft kennzeichnen diese Partnerschaft.

Die in der Agenda 2030 enthaltenen Ziele für nachhaltige Entwicklung gelten für alle Staaten, ungeachtet ob Industrie-, Schwellen- oder Entwicklungsland, und erfassen alle Politikbereiche. Die Nachhaltigkeitsziele können bis 2030 nur erreicht werden, wenn die Umsetzung durch Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft weltweit als gemeinsame Aufgabe verstanden wird. Die Staaten definieren ihren nationalen Beitrag entsprechend ihrer Ressourcen und ihres Ambitionsniveaus. Für das globale Gemeinwohl tragen alle Staaten und Akteure die gemeinsame Verantwortung. Das gilt besonders für Bereiche, für die die Weltgemeinschaft gemeinsam sorgen muss, beispielsweise Klima, Biodiversität, Schutz der natürlichen Ressourcen, Frieden und Sicherheit. Durch einen Überprüfungsmechanismus wird sichtbar, welche Fortschritte die Staatengemeinschaft bei der Zielerreichung macht. Die Überprüfung erfolgt transparent und regelmäßig im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung der VN („High Level Political Forum“ - HLPF).  Um die Ziele und ihre Unterziele messbar zu machen, hat die „Inter Agency and Expert Group on SDG Indicators“ ein System globaler Indikatoren entwickelt. Dieses wurde von der Statistischen Kommission der VN beschlossen und am 6. Juli 2017 von der VN-Generalversammlung angenommen.


Der Nachhaltigkeitsgipfel der VN

Am 2. August 2015 wurde das Abschlussdokument mit dem Titel "Transforming our World: The 2030-Agenda for Sustainable Development" per Akklamation angenommen. Es liefert erstmals einen weltweit gültigen Umsetzungsplan mit konkreten Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, der Armutsbekämpfung und Umweltbelange ausgewogen adressiert. Die wegweisende Agenda wurde beim VN‑Nachhaltigkeitsgipfel am 25. September 2015 in New York von den Staats- und Regierungschefs der VN‑Mitgliedstaaten feierlich verabschiedet.

Zuvor fand vom 13. bis 16. Juli 2015 in Addis Abeba, Äthiopien, die Dritte Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung statt. Das Abschlussdokument, die Aktionsagenda von Addis Abeba (AAAA), ist ein wichtiges politisches Signal für die Umsetzung der Agenda 2030 und stellt einen integralen Bestandteil der Agenda dar.

Ausgehend von der nationalen Eigenverantwortung für Entwicklung betont die AAAA die zentrale Bedeutung privater und öffentlicher nationaler Finanzströme sowie die komplementäre Rolle von Entwicklungszusammenarbeit und Süd-Süd-Kooperationen.

Quelle: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie Neuauflage 2016, Stand März 2017


Umsetzung in Deutschland

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung gelten auch für Deutschland. Wir sind bei der Umsetzung der Agenda 2030 nur dann ein glaubwürdiger Partner, wenn wir unseren eigenen Beitrag zur Erreichung der Ziele klar definieren: vor Ort in Deutschland und international. Wir wollen unter anderem dazu beitragen, die natürlichen Lebensgrundlagen weltweit zu erhalten, weltweit nachhaltigere Lebensstile durchzusetzen und die Volkswirtschaften hin zu einer umweltverträglichen Wirtschaftsweise mit drastisch reduzierten klimaschädlichen Emissionen zu transformieren. Deutschland hatte seinen ersten Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 bereits 2016 vorgestellt. In der im Januar 2017 von der Bundesregierung beschlossenen ressortübergreifenden "Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie - Neuauflage 2016" sind für die siebzehn Nachhaltigkeitsziele jeweils spezifische Umsetzungsmaßnahmen festgelegt worden.

Weitere Informationen

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