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Kongo: Zwischen Krise und Hoffnung

Außenminister Heiko Maas besucht das Panzi-Krankenhaus von Nobelpreisträger Denis Mukwege in Bukavu.

Außenminister Heiko Maas besucht das Panzi-Krankenhaus von Nobelpreisträger Denis Mukwege in Bukavu., © Xander Heinl/photothek.net

04.09.2019 - Artikel

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo schwelt seit Jahrzehnten einer der schwersten Konflikte der Neuzeit. Außenminister Maas unterstreicht bei seinem Besuch das deutsche Engagement für Stabilisierung und Schutz von Frauen in Konflikten.

Ein Land steht vor Herausforderungen

Seit Jahrzehnten ist der Ostteil des Landes von Krieg überzogen und damit zur schlimmsten humanitären Katastrophe seit dem zweiten Weltkrieg geworden. Dutzende bewaffnete Gruppen, teils mit Verbindungen in die Nachbarländer Ruanda, Uganda oder Burundi, sind dort aktiv. Sie begehen brutale Übergriffe auf die Zivilbevölkerung und verursachen humanitäre Notlagen und Vertreibung.

Im Ostkongo ist die größte UN-Friedensmission aller Zeiten stationiert. Sie konnte in den letzten Jahren ein Mindestmaß an Stabilität sichern. Außenminister Maas wird das Hauptquartier der Mission besuchen und über das deutsche Stabilisierungsengagement sprechen.

Zu allem Überfluss hat die Region seit 2018 mit dem bisher größten Ausbruch der Seuche Ebola zu kämpfen. Fast 3000 Menschen haben sich bereits mit dem Virus infiziert. Deutschland engagiert sich bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und Gesundheitsvorsorge.

Außenminister Heiko Maas und seine Delegation treffen Denis Mukwege und die Belegschaft des Panzi-Krankenhauses.
Außenminister Heiko Maas und seine Delegation treffen Denis Mukwege und die Belegschaft des Panzi-Krankenhauses.© Xander Heinl/photothek.net

„Der Mann, der Frauen repariert“

Schutz vor sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten ist ein zentrales Thema für die deutsche Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat. Die von Deutschland eingebrachte Resolution zu sexueller Gewalt hat der UN-Sicherheitsrat im April angenommen. Im Konflikt im Ostkongo wird sexualisierte Gewalt bewusst als Waffe eingesetzt. Frauen sind daher besonders häufig Opfer barbarischer Gewaltakte.

Der Gynäkologe Denis Mukwege hat das Panzi-Krankenhaus gegründet, um misshandelte Frauen zu versorgen und ihnen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Für sein Engagement wurde Mukwege 2018 außerdem der Friedensnobelpreis verliehen. Ein französischer Dokumentarfilm bezeichnete ihn als „Mann, der Frauen repariert“.

Hoffnung auf demokratischen Übergang

Im Dezember 2018 fanden im Kongo die von der Bevölkerung lang ersehnten Wahlen statt, die zwei Jahre lang verschoben worden sind. Anfang des Jahres wurde der Oppositionelle Félix Tshisekedi als Präsident vereidigt. In Kinshasa wird sich Außenminister Maas mit Vertretern der neuen Regierung und dem Leiter der Bischofskonferenz austauschen.

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