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„COP24“ in Kattowitz – Es steht viel auf dem Spiel

Eröffnung der COP24 in Kattowitz

Eröffnung der COP24 in Kattowitz, © Auswärtiges Amt

02.12.2018 - Artikel

Zwei Wochen lang berät die Weltgemeinschaft über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

Am heutigen Sonntag (2.12.) beginnt in Kattowitz die „24th Conference of the Parties to the United Nations Framework Convention on Climate Change“. Die informell „COP24“ genannte Konferenz ist das wichtigste klimapolitische Ereignis seit der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015.

Zwei Wochen lang werden Vertreterinnen und Vertreter von 196 Staaten und zahlreichen internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen beraten, wie das Klimaübereinkommen von Paris umgesetzt und weiterentwickelt werden soll. Dabei steht viel auf dem Spiel. Nur bei einer Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter 2°C und möglichst auf 1,5°C werden sich die gravierendsten Folgen des menschengemachten Klimawandels einhegen lassen.


Globale Bestandsaufnahme und transparenter Dialog

Die COP24 soll das sogenannte Regelbuch zum Pariser Klimaübereinkommen verabschieden. Das Regelbuch legt fest, wie die nationalen Klimabeiträge der einzelnen Staaten gemessen, verglichen und dem VN-Klimasekretariat übermittelt werden. Größtmögliche Transparenz ist  die Voraussetzung für die Erfüllung der in Paris vereinbarten Ziele.

Zudem findet auf der COP24  zum ersten Mal der sogenannte „Talanoa-Dialog“ statt, bei dem die Staatengemeinschaft Bilanz über die globalen Emissionsminderungen seit 2015 ziehen wird. Auf dieser Grundlage werden die Länder darüber diskutieren, wie sie ihre Anstrengungen weiter verstärken und ihre nationalen Klimaziele erhöhen können.

Deutlich mehr Anstrengungen notwendig

Bereits jetzt ist absehbar, dass die aktuellen Klimaziele der Staaten nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C und möglichst auf 1,5°C zu begrenzen. Ohne weitere Anstrengungen wird sich die globale Temperatur bis 2030 auf über 3°C erhöhen. Die absehbaren Folgen des Klimawandels würden viele Staaten überfordern.

Schon heute beeinträchtigen die Klimawandelfolgen die Stabilität ganzer Staaten und Regionen und gefährden damit im Zusammenspiel mit anderen Faktoren Frieden und Sicherheit. Ein gerade erschienener Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen mahnt daher eine Verdreifachung der globalen Klimaanstrengungen an, um das 2°C-Ziel einzuhalten. Für eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C sei sogar eine Verfünffachung der Anstrengungen notwendig.

Folgen für Sicherheit und Stabilität im Mittelpunkt der deutschen Klimaaußenpolitik

Tagungsort der COP24 in Kattowitz
Tagungsort der COP24 in Kattowitz© Auswärtiges Amt

Ambitionierte Klimapolitik ist daher Teil einer vorausschauenden Außenpolitik. Deutschland gehört hier seit Jahren zu den aktivsten Staaten und wird auch auf der COP24 den Nexus zwischen Klima und Sicherheit in den Mittelpunkt stellen. Dieser Zusammenhang ist auch eine der Prioritäten für die Mitgliedschaft Deutschlands im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den nächsten zwei Jahren.

Daneben wird die Bundesregierung ihren Beitrag zur Finanzierung des Grünen Klimafonds (Green Climate Fund) auf 1,5 Milliarden Euro ab 2019 verdoppeln, um besonders die Entwicklungsländer bei der globalen Transformation zu unterstützen. Deutschland leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Übereinkommens von Paris – eines Paradebeispiels für gelungenen Multilateralismus.

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