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Multilateralismus gestalten: Botschafterkonferenz in Berlin

Botschafterkonferenz 2019: Multilateralismus gestalten

Botschafterkonferenz 2019: Multilateralismus gestalten, © Thomas Koehler/photothek.net

26.08.2019 - Artikel

Wie kann die internationale Zusammenarbeit gestaltet werden? Welche Rolle spielt Deutschland dabei? Über diese Fragen diskutieren die deutschen Botschafterinnen und Botschafter vom 26.-29.08. in Berlin.  

Wie können die Konflikte in Syrien und im Osten der Ukraine gelöst werden? Wie kann der Klimawandel gebremst werden? Und wie kann Deutschland internationale Verantwortung übernehmen, sei es als Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (2019/2020) oder im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft (2020)? 

„Niemals allein“ – gemeinsam für eine starke Weltordnung

Außenminister Maas eröffnet die 17. Konferenz der Botschafterinnen und Botschafter
Außenminister Maas eröffnet die 17. Konferenz der Botschafterinnen und Botschafter© Thomas Koehler/photothek.net

Für alle diese Fragen gilt: „Niemals allein“ – dies betonte Außenminister Heiko Maas bei der Eröffnung der Botschafterkonferenz. Im Mittelpunkt der Konferenz steht in diesem Jahr das Thema „Multilateralismus gestalten“. Anders gesagt: es geht darum, wie durch Zusammenarbeit internationale Probleme gemeinsam gelöst werden können und welche Rolle Deutschland dabei spielen kann, die Weltordnung mitzugestalten. 

Alleine lässt sich dieses Ziel nicht erreichen, betonte Maas:

„Niemals alleine – dieser Anspruch ergibt sich für Deutschland bereits aus dem Grundgesetz. ‚Niemals alleine‘ ist aber auch nichts anderes als der Ausdruck purer Vernunft. Denn unsere Wirtschaft lebt vom freien Handel. Unsere Wissensgesellschaft braucht Austausch und Vernetzung. Unsere Sicherheit beruht auf starken Partnerschaften.“

Kraft des Ausgleichs

Was derzeit gestärkt werde, so Maas bei der Eröffnung, seien die Extreme: die radikalen Ränder auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Gleichzeitig breite sich in vielen internationalen Foren und Weltregionen eine Skepsis gegenüber Multilateralismus und internationaler Zusammenarbeit aus. 

Die Diplomatie hingegen lebt von den Zwischentönen, der Fähigkeit, eine Schnittmenge zu finden, so Maas weiter. „Deutschlands Platz ist der Platz in der Mitte, der Raum zwischen den Extremen.“ Deutschland Stärke basiere vor allem Dingen auf einem: auf der Kraft des Ausgleichs. 

Allianz für den Multilateralismus

Die Leiterinnen und Leiter der deutschen Auslandsvertretungen
Die Leiterinnen und Leiter der deutschen Auslandsvertretungen© Thomas Koehler/photothek.net

Internationale Zusammenarbeit ist nicht immer leicht. Deswegen ist klar: Deutschland braucht Mitstreiter. Es geht darum, mit Gleichgesinnten voranzugehen und gemeinsame Lösungen zu finden für politische Konflikte, Migration, Globalisierung, Digitalisierung und den Klimawandel. Gemeinsam vorangehen mit Staaten, die eine ausgewogene internationale Ordnung erhalten wollen: das ist auch die Idee der Allianz für den Multilateralismus, die die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland und Heiko Maas im vergangenen Jahr begründet haben. 

Wie genau die internationale Zusammenarbeit gestaltet werden kann, ist Thema der diesjährigen Botschafterkonferenz. Zum 17. Mal treffen die Leiterinnen und Leiter der mehr als 220 deutschen Auslandsvertretungen rund um die Welt für vier Tage in Berlin zusammen. Außenminister Maas hat die Konferenz gemeinsam mit Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, eröffnet. Auf der Agenda stehen Workshops und Diskussionsrunden, am morgigen Dienstag steht der Austausch zwischen Diplomatie und Wirtschaft im Fokus. Am Wirtschaftstag nimmt Margarethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb, als Ehrengast teil. 

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