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Starker Helfer für Kindersoldaten

Gründete eine Initiative zur Hilfe für Kindersoldaten: Roméo Dallaire

Gründete eine Initiative zur Hilfe für Kindersoldaten: Roméo Dallaire, © The Canadian Press

18.01.2019 - Artikel

Als UN-Kommandeur in Ruanda wurde er Zeuge des Völkermords. Heute kämpft er gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Wie Deutschland die Romeo-Dallaire-Initiative unterstützt.

Schon lange herrscht in Ruanda kein Krieg mehr. Doch seit seinem Einsatz im Jahr 1994 lassen den kanadischen Generalmajor Roméo Dallaire seine Erinnerungen nicht mehr los. Als Kommandeur der UN-Beobachtermission UNAMIR wurde er Zeuge furchtbarer Verbrechen: Während eines Völkermordes wurden bis zu einer Million Menschen binnen weniger Tage ermordet. Die Drahtzieher setzten dabei auch Kindersoldaten ein.

Er blieb zurück, als die meisten gingen

Als der größte Teil der UN-Truppen abgezogen wurde blieb Dallaire mit einer kleinen Zahl Soldaten in Ruanda zurück. Durch seinen unermüdlichen Einsatz gelang es ihm, mit seiner zusammengeschrumpften Truppe in begrenztem Rahmen Sicherheitszonen zu schaffen und Menschenleben zu retten. Das Engagement von Dallaire ging auch nach seinem Einsatz weiter. Er rief die Roméo Dallaire Child Soldier Initiative ins Leben, die sich dafür einsetzt, zu verhindern dass Kinder zum Einsatz als Soldaten gezwungen werden. 

Eingreifen noch bevor Kinder rekrutiert werden

Die Spuren bleiben ein Leben lang: Zwangsrekrutiertes Kind in Uganda.
Die Spuren bleiben ein Leben lang: Zwangsrekrutiertes Kind in Uganda.© AFP

Das Auswärtige Amt unterstützt ein Projekt der Initiative in Ruanda mit mehr als einer Million Euro. Das Ziel: Soldaten und Polizisten in dem westafrikanischen Land sollen durch spezielle Trainings lernen, wie sie frühzeitig eingreifen können, wenn in einem Konflikt Kinder zwangsrekrutiert werden. Die Ausbildung soll den Sicherheitskräften außerdem vermitteln, wie Kindersoldaten entwaffnet und geschützt werden können.

Schutz und Hilfe für zwangsrekrutierte Kinder spielen eine besondere Rolle, wenn es darum geht nach einem Konflikt den Frieden zu sichern. Denn wenn es nicht gelingt, den oftmals schwer traumatisierten Kindern wieder eine Perspektive in der Gesellschaft zu geben, sind künftige Konflikte schon vorprogrammiert. 

Wirkung über Ruanda hinaus

Soldaten und Polizisten aus Ruanda sind als Blauhelm-Truppen in zahlreichen afrikanischen Ländern im Einsatz. Ruandas Sicherheitskräfte im Umgang mit zwangsrekrutierten Kindern zu sensibilisieren wirkt darum weit über das Land hinaus. Die ruandischen Streitkräfte könnten so zu einem Vorbild und Wegweiser in zahlreichen Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent werden.

Deutschland setzt sich auch im Rahmen seiner Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat für den besonderen Schutz von Kindern ein. In dem Gremium hat sich Deutschland einer Arbeitsgruppe angeschlossen, die schwere Rechtsverletzungen gegen Kinder in bewaffneten Konflikten untersucht und versucht zu verhindern. 

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